Der Titel des Essayfilms Bricolage entstammt dem Französischen und bedeutet so viel wie provisorische Bastelei. 1962 prägte derEthnologe Claude Lévi-Strauss den Begriff in seinem Konzept des „Wilden Denkens“ (im Sinne von: Nehmen und Verknüpfen, was da ist“) für die Sozialwissenschaften. Unter Bricolage verstand er „die nicht vordefinierte Reorganisation von unmittelbar zur Verfügung stehender Zeichen bzw. Ereignissen zu neuen Strukturen“ (Vgl. Lévi-Strauss "La Pensée Sauvage", I962).

Für das Genre des Essayfilms hatten wir uns u.a. entschieden, um mit ganz unterschiedlichen Medienversatzstücken experimentieren zu können. In unserer Vorstellung entstand eine Gesamtkomposition einzelner Bild- und Tonfragmente. Und selbst in unserem praktischen Vorgehen sind viele Analogien zur Herstellung einer Collage zu finden.

Der Titel Bricolage spiegelt unser Anliegen wider, die Elemente des Films mögen vom Zuschauer selbst in einen Sinnzusammenhang gebracht werden. Erst durch seine persönliche Interpretation wird der Essayfilm vervollkommnet.