Sound
Für die Musikkonzeption stand früh fest, den Bildern aus der Natur eine künstlich erzeugte Musik entgegenzusetzen. Der hohe Grad an Abstraktheit unserer Bilder sollte auch im Musikkonzept wiederkehren. Die elektronische Musik von Pantha du Prince erfüllt unsere Anforderungen in jeder Hinsicht. Es gelingt ihr, bestimmte Stimmungen in den Bildern zu verstärken oder zu evozieren, ohne die Bilder auditiv zu überfrachten oder übermäßig pathetisch aufzuladen. Wie die Bilder sind die Tracks puristisch und harmonieren mit der visuellen Aesthetik. Gleichzeitig soll der Kontrast zwischen Natürlichem und Artifiziellem bewusst entfremdend wirken.
Insgesamt ist die Soundkomposition so angelegt, dass sie Verstörung auslösen soll. Aus diesem Grund kommen unter anderem vielfach Störgeräusche, sowie die kontrapunktische Platzierung von Musik (z.B. die bereits angesprochene Schlangen-Szene) zum Einsatz.
Text
Lyrik potenziert den Sinngehalt des Filmes um ein Vielfaches. Ebenso wie die Bilder und die ausgewählte Musik ist sie in hohem Maße komprimiert, denn mit wenigen Worten kann unendlich viel ausgedrückt werden. Sie ist dementsprechend auch sehr interpretativ. Gleichzeitig bildet gerade die klassische Dichtung in ihrer Ausdrucksweise einen Komplementärkontrast zu der elektronischen Gegenwartsmusik und den puristischen Bildern. Durch die Kombination wird der Film einer bestimmten zeitlichen Verortung enthoben.
Warum Rilke?
Der Absatz aus "Der Panther" thematisiert die innere Verarbeitung äußerer Eindrücke. Das Gedicht spielt damit nicht nur auf die im Film allgegenwärtigen Denkprozesse an, sondern es kann auch der Bezug zur Metaebene hergestellt werden, da die Zeilen durchaus auf die Rezeption audiovisueller Medien zu übertragen sind.